…überleben wir, um die Kunst voranzutreiben? Oder leben wir damit die Kunst uns vorantreibt?

Wir wollen so viel verstehen und sind am Ende doch ganz alleine mit unseren Gedanken. Es ist ein harter Strudel an undankbaren Momenten, die uns bis zum Hals einschließen und nicht mehr los lassen.

Ich möchte dich dazu bringen mich zu mögen. Aber diese Illusion wird nicht zu einem tragenden Pfeiler meines Lebens. Denn nur du allein bestimmt, wen du liebst. Es ist nicht realistisch jemanden gezwungen zu vergöttern. Generell ist es ein Akt der Unmöglichkeit gezwungene Emotionen zu produzieren oder hervorzurufen. Erzwungene Emotionen sind immer eine Lüge.

Ich schlafe wieder mit einem Gefühl der Einsamkeit ein. Doch das allein sein ist nicht das wovor ich mich fürchte. Nur zu zweit einsam sein ist der spitze Flügelschlag, der meine Haut durchtrennt.

Bitte sag mir…überleben wir, um die Kunst voranzutreiben? Oder leben wir damit die Kunst uns vorantreibt?

Ich bin müde von den Wörtern, die über meinen Computer Bildschirm schnellen. Viel lieber würde ich das Meer sehen. Heute einfach nur das Meer sehen.IMG_5765

Ein lieblicher Klang

Der Raum ist voller ausdrucksloser Persönlichkeiten
und voller unterdrückter Emotionen.
Die Wärme ist Zauber und Verrat.
Die Liebe ist Trägheit und Sünde.
Und das Verlangen ist pure Ironie.
Wir lernen es wohl nie,
uns dem Glück zu ergeben
und nach Sinnlichkeit zu streben.
Ich umschlinge deinen Körper und
halte ihn so fest ich nur kann.
Denn der Moment ist ein flüchtiges Spiel
ohne Gesicht und ohne Ziel.Processed with VSCO with p5 preset

Zurück blieb nur die Freiheit

Ein Stück deines Herzens liegt auf dem Küchenboden.

Ich hebe es vorsichtig auf und wiege es langsam im hereinfallenden Sonnenlicht von rechts nach links.
Gestern hast du mich beschimpft.
Du hast gesagt man sollte mir die Flügel brechen, dann würde ich schon lernen die Freiheit zu vergessen.
Du hast gesagt man solle mir den Mund zukleben, dann würde ich schon lernen mit der  Meinung anderer zu leben.
Du hast gesagt man solle mir einen Hut aufsetzen, dann würde ich schon lernen meine Gedanken nicht immer zu zerfetzen.
Während du in der Mitte des Zimmers standst und deine Worte wie Feuerbälle aus deinem Rachen strömten, zog meine Liebe schützende Kreise um meinen Körper.
Ich wurde eingehüllt von der Stärke, die ich behutsam über die Jahre gesammelt hatte. Ganz hinten im Schrank in einer Kiste – hob ich sie auf.
Jeden Tag, an dem ich etwas Gutes tat, sah oder sagte, öffnete ich die Schranktür und versteckte das Erlebnis unter den Winterjacken.
Im richtigen Moment bahnte sie sich den Weg durch den Flur zu mir und schloss mich vollständig ein.
Auch dich versuchte ich zu erreichen, doch deine Unvernunft und dein leerer Hass ließen sich nicht vertreiben.
Mit aller Macht stachst du mit Satzreihen so messerscharf wie Schwertspitzen auf mich ein.
Doch dein unerbittlicher Kampf mit dir selbst und die Trauer über dein Leben endete abrupt, als ich mich umdrehte, meine Jacke von der Garderobe nahm, meine Schuhe anzog und ging.

Mit Leichtigkeit lief ich die Straße herunter. Beflügelt von allem was noch kommen mag. Meine Fantasie rettet mich jeden Tag, vor dem Wahnsinn auf den Straßen.

Jetzt habe ich nichts mehr von dir.
Zurück liest du nur ein Stück deines Herzens. zurück blieb

Monster

Deine Klamotten liegen am Boden, keiner hebt sie auf.
Deine Augen sind leer und keiner kann sie füllen.
Du stehst hier schon eine Weile, ohne zu wissen wohin.
Deine Fenster hast du verschlossen,
denn draußen zieht das Leben unendliche Schleifen.

Sag mir doch bitte, wie ich ohne dich leben soll, wenn alles was du tust,
wie warmes Öl auf meiner Haut hin und her wiegt.
Du bist für mich, wie die letzte Seite eines guten Buches,
wie die letzten Sekunden eines Songs,
den ich aus voller Stärke mitgesungen habe.
Wenn du ein Zeitpunkt wärst, dann genau der des aller ersten Sonnenstrahles,
der hinter einem Hügel hervorkommt und auf den nassen Rasen trifft.

Doch weil die Welt so laut ist, wurde dein Herz ganz taub.
Doch weil ich so nah war, wie im Himmel die Sterne – lerntest du zu lieben,
die unendliche Ferne.

Du bist das Monster unter meinem Bett, was ich verfluche zu lieben.
Da du niemals aufgabst mich in deine Albträume zuziehen.

Ich bin nur ich.

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Du und ich, wir waren zu wenig.
Du und ich, wir waren zu viel.
Du und ich, wir waren viel zu wenig oder wenig viel.

Es tut weh dich mal wieder, wieder zu sehen.
Der Wein auf deinen Lippen schreit nach Liebe.
Zärtlicher, unbeholfener Liebe.
Liebe, die du auf dem Weg nach oben verloren hast.
Stufen aus Gold, Gefühle der Last.
Die Liebe fiel dir aus der Tasche und purzelte hinunter auf Anhieb,
bis sie vor meinen Füßen liegen blieb.
Ich hob sie auf und legte sie in den Besteckkasten.
Und hörte aus der Ferne die Klaviertasten.
Deine Liebe wartete darauf von dir geholt zu werden.
Doch die Hoffnung trieb sie ins Verderben.
Jedes mal, wenn ich etwas kochte, lag sie da.

Liebe, Löffel, Gabel, Messer.

Doch du wusstest es nicht besser.
Jahre vergingen, ohne ein Wort.
Jahre vergingen, ohne dich an diesem Ort.
Nun stehst du vor mir. Ganz allein. Deine Lippen voller Rotwein.

Du hast kein Zuhause, du hast nur mich.
Doch ich bin kein Zuhause. Ich bin nur ich.

Das musste mal gesagt werden

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Es ist mal wieder ein ganz normaler Tag.

Ich stehe auf und knalle mit dem Kopf gegen mein noch schlafendes Einhorn.

Warum Einhörner im Stehen schlafen, ist mir ein Rätsel. Kommt bestimmt daher, weil sie mit Pferden verwandt sind.
Aber ich bin immer noch der Meinung, dass ein Einhorn doch eigentlich der Inbegriff von Perfektion sein sollte. Und eine perfekte Kreation schläft definitiv im Liegen. Eingemummelt in Herzkissen und Daunendecken mit einem kleinen Teddy im Arm der ein Herz auf den Bauch genäht hat.

Naja, mein Einhorn liegt nie. Es steht. Hat das eine Vorderbein leicht eingeknickt und schnarcht leise vor sich hin, während ich mir schmerzerfüllt über die Stirn streiche.

Ich torkel ins Bad und öffne den Spiegelschrank. So einer der in Horrorfilmen immer benutzt wird. Ich mache ihn zu und erschrecke mich tierisch, eben wie im Horrorfilm, vor der kleinen Gewitterwolke, die es sich über meiner Badewanne bequem gemacht hat.
Ich erschrecke mich sogar so doll, dass mir mein Herz ins Gehirn hüpft.
Von da an sehe ich alles nur noch in rosa. Aber nicht so ein liebliches Rosa, eher so ein gehirnfarbendes Rosa. Das macht auch Sinn.
Ich drehe mich zur Gewitterwolke um und frage sie schlaftrunken, was sie bitte in meinem Bad zu suchen hat.
Sie antwortet in einem britischen Akzent. Sagt sie hat Angst sich nicht mehr frei in Europa bewegen zu können und sei daher ausgewandert. Nach Deutschland. Nach Berlin. In mein Badezimmer.

Ich seufzte tief. Meine Nachbarn kommen sowieso nicht mehr vorbei, seit ich das Einhorn habe. Frau Raabe von neben an hat mir sogar gedroht sie würde mich bei dem Vermieter melden. Es sei laut Mietvertrag verboten größere Tiere als Katzen in der Wohnung zu halten. Der Vermieter wird mich und mein Einhorn dann aus der Wohnung schmeißen und ich würde für immer auf der Straße leben, weil der Wohnungsmarkt in Berlin einem Schlachtfeld gleicht. Und Einhörner sind sehr schlechte Kriegshelden. Wo sie recht hat.

Ich schätze den Sachverhalt jedoch so ein, dass Einhörner in Mietwohnungen mehr so eine Grauzone sind.

Noch habe ich keine Mahnung von dem Vermieter erhalten. Er denkt jetzt sicher nur, dass Frau Raabe verrückt ist. Es gibt ja schließlich keine Einhörner. Ha! Richtig blöd für meine Nachbarn, dass ihnen keiner glaubt. Witzig wie das Gehirn funktioniert. Wenn man fest daran glaubt, dass es etwas nicht gibt, dann existiert es auch nicht.

Ich denke kurz nach und erlaube der Gewitterwolke zu bleiben. Einzige Bedingung, sie muss sich um das Gießen meiner Topfpflanzen kümmern und darf nur den Toaster ab und an mit Blitzen massakrieren. Sollte eine Sicherung raus fliegen, muss sie dem Einhorn Bescheid sagen, diese wieder rein zu drehen.

Der Deal steht.

Ich gehe zur Arbeit. Irgendwie ist eine Welt, die in gehirnrosa gefärbt ist gar nicht so schlecht anzusehen.
Der Arbeitstag ist harmlos. Ich kippe Kaffee über meinen Laptop und erwische meine Chefin, wie sie den Jogurt meiner Kollegin auffrisst. Sie wird rot und rennt aus der Küche. Später finde ich einen Umschlag mit der Aufschrift WEHE DU REDEST (zusammengewürfelt aus Zeitungsschnipseln) in meiner Schublade. Der Inhalt: 10.000 Euro. Ich nehme das mal so hin.

Zuhause angekommen. Der Stromkasten ist voller Glitzer. Vielleicht muss die Gewitterwolke wieder ausziehen, denke ich.
Im Wohnzimmer sitzt sie auf dem Sofa und guckt the Mentalist.
Ich setze mich zu ihr und vergrabe meinen Kopf hin ihrem Körper.

Ohje, ihr könnt euch nicht vorstellen, wie flauschig Gewitterwolken sind.