My traveling heart and me

It’s pounding inside my chest. Up and down.
A beat followed by another beat.
A dream followed by another dream.
Pain followed by more pain.
Desire followed by fear.
Love follows excitement.
Insecurity follows joy.
Numbness follows numbness follows numbness.

I build up some walls, my little heart, to protect you from the outside.
To protect you from our dangerous, insecure dreams that drive us crazy at night.
To protect us from leaving our monotone days – which hold you so safe.

We love security; we love to know what happens next. We love to greet the bus driver in the morning and pay our three Euros for a delicious coffee at our favourite café. We expect the barista girl to be unfriendly, because that is how it always has been. We know how to handle our client E-Mails and how not to properly listen, when a co-worker complains about trivial things.

We’ve gotten quite good and feeling numb, my little heart.
But you are safe. Numb but safe. And that is all that matters.

I know you want to jump a tiny bit higher so you can glance over the high walls I build for you. You want to jump so high, that you can see the sunset and the ocean. You want to jump so high that you can feel the wind hitting your skin. But the higher you jump, the more it hurts coming back down my little heart.

Please don’t jump so high. Please don’t fly.
I can’t protect you from down here, if you are up there.
Please don’t fly.
Please don’t fly.
Oh little heart.
Please.
Please.
Please take me with you.
Take my hand and let me see the sun and the clouds.
Show me love. Show me all of it.

Run with me towards that wall. Not caring if we will break through or if we break you.

We will get hurt for sure. We will cry on the kitchen floor and you will be in pain. Every blood cell inside you will be filled with fear and endless, endless pain. But we will run together and see all these great things that make you jump so high. Higher then you’ve ever been before.

It’s because I love you my little heart. It’s because I love you and I finally have to let you show me the shiny truth.

Together we might figure out what life is all about. I’m all in – this time. We might go from happy numbness to scary powerful reality.
And we might break into a million pieces,
but at the end we will shine and be free.
My traveling heart and me.

Bildschirmfoto 2018-04-16 um 19.55.44

Ich bin nur ich.

Bildschirmfoto 2018-02-07 um 22.19.30

Du und ich, wir waren zu wenig.
Du und ich, wir waren zu viel.
Du und ich, wir waren viel zu wenig oder wenig viel.

Es tut weh dich mal wieder, wieder zu sehen.
Der Wein auf deinen Lippen schreit nach Liebe.
Zärtlicher, unbeholfener Liebe.
Liebe, die du auf dem Weg nach oben verloren hast.
Stufen aus Gold, Gefühle der Last.
Die Liebe fiel dir aus der Tasche und purzelte hinunter auf Anhieb,
bis sie vor meinen Füßen liegen blieb.
Ich hob sie auf und legte sie in den Besteckkasten.
Und hörte aus der Ferne die Klaviertasten.
Deine Liebe wartete darauf von dir geholt zu werden.
Doch die Hoffnung trieb sie ins Verderben.
Jedes mal, wenn ich etwas kochte, lag sie da.

Liebe, Löffel, Gabel, Messer.

Doch du wusstest es nicht besser.
Jahre vergingen, ohne ein Wort.
Jahre vergingen, ohne dich an diesem Ort.
Nun stehst du vor mir. Ganz allein. Deine Lippen voller Rotwein.

Du hast kein Zuhause, du hast nur mich.
Doch ich bin kein Zuhause. Ich bin nur ich.

Das musste mal gesagt werden

paper streamer balloon

Es ist mal wieder ein ganz normaler Tag.

Ich stehe auf und knalle mit dem Kopf gegen mein noch schlafendes Einhorn.

Warum Einhörner im Stehen schlafen, ist mir ein Rätsel. Kommt bestimmt daher, weil sie mit Pferden verwandt sind.
Aber ich bin immer noch der Meinung, dass ein Einhorn doch eigentlich der Inbegriff von Perfektion sein sollte. Und eine perfekte Kreation schläft definitiv im Liegen. Eingemummelt in Herzkissen und Daunendecken mit einem kleinen Teddy im Arm der ein Herz auf den Bauch genäht hat.

Naja, mein Einhorn liegt nie. Es steht. Hat das eine Vorderbein leicht eingeknickt und schnarcht leise vor sich hin, während ich mir schmerzerfüllt über die Stirn streiche.

Ich torkel ins Bad und öffne den Spiegelschrank. So einer der in Horrorfilmen immer benutzt wird. Ich mache ihn zu und erschrecke mich tierisch, eben wie im Horrorfilm, vor der kleinen Gewitterwolke, die es sich über meiner Badewanne bequem gemacht hat.
Ich erschrecke mich sogar so doll, dass mir mein Herz ins Gehirn hüpft.
Von da an sehe ich alles nur noch in rosa. Aber nicht so ein liebliches Rosa, eher so ein gehirnfarbendes Rosa. Das macht auch Sinn.
Ich drehe mich zur Gewitterwolke um und frage sie schlaftrunken, was sie bitte in meinem Bad zu suchen hat.
Sie antwortet in einem britischen Akzent. Sagt sie hat Angst sich nicht mehr frei in Europa bewegen zu können und sei daher ausgewandert. Nach Deutschland. Nach Berlin. In mein Badezimmer.

Ich seufzte tief. Meine Nachbarn kommen sowieso nicht mehr vorbei, seit ich das Einhorn habe. Frau Raabe von neben an hat mir sogar gedroht sie würde mich bei dem Vermieter melden. Es sei laut Mietvertrag verboten größere Tiere als Katzen in der Wohnung zu halten. Der Vermieter wird mich und mein Einhorn dann aus der Wohnung schmeißen und ich würde für immer auf der Straße leben, weil der Wohnungsmarkt in Berlin einem Schlachtfeld gleicht. Und Einhörner sind sehr schlechte Kriegshelden. Wo sie recht hat.

Ich schätze den Sachverhalt jedoch so ein, dass Einhörner in Mietwohnungen mehr so eine Grauzone sind.

Noch habe ich keine Mahnung von dem Vermieter erhalten. Er denkt jetzt sicher nur, dass Frau Raabe verrückt ist. Es gibt ja schließlich keine Einhörner. Ha! Richtig blöd für meine Nachbarn, dass ihnen keiner glaubt. Witzig wie das Gehirn funktioniert. Wenn man fest daran glaubt, dass es etwas nicht gibt, dann existiert es auch nicht.

Ich denke kurz nach und erlaube der Gewitterwolke zu bleiben. Einzige Bedingung, sie muss sich um das Gießen meiner Topfpflanzen kümmern und darf nur den Toaster ab und an mit Blitzen massakrieren. Sollte eine Sicherung raus fliegen, muss sie dem Einhorn Bescheid sagen, diese wieder rein zu drehen.

Der Deal steht.

Ich gehe zur Arbeit. Irgendwie ist eine Welt, die in gehirnrosa gefärbt ist gar nicht so schlecht anzusehen.
Der Arbeitstag ist harmlos. Ich kippe Kaffee über meinen Laptop und erwische meine Chefin, wie sie den Jogurt meiner Kollegin auffrisst. Sie wird rot und rennt aus der Küche. Später finde ich einen Umschlag mit der Aufschrift WEHE DU REDEST (zusammengewürfelt aus Zeitungsschnipseln) in meiner Schublade. Der Inhalt: 10.000 Euro. Ich nehme das mal so hin.

Zuhause angekommen. Der Stromkasten ist voller Glitzer. Vielleicht muss die Gewitterwolke wieder ausziehen, denke ich.
Im Wohnzimmer sitzt sie auf dem Sofa und guckt the Mentalist.
Ich setze mich zu ihr und vergrabe meinen Kopf hin ihrem Körper.

Ohje, ihr könnt euch nicht vorstellen, wie flauschig Gewitterwolken sind.

 

Chicago

Es sieht alt aus hier drin.
Die Leute reden langsam, schnell, schneller.
Die Türen gehen auf und wieder zu und auf und wieder zu.
Das ist keine wirkliche Wahl, die ein Einheimischer treffen würde,
sich in eine solche Situation zu begeben.
Doch ich als unwissendes Mädchen bin hier, um alleine großartig zu sein.
Ich lutsche ein Ingwer Kirsch Bonbon und werde dabei durchgeschüttelt, von der alten Bahn ohne Stoßdämpfer, von dem Leben ohne Sicherungsseil.
Was für ein Leben, was für ein Leben!

Bildschirmfoto 2017-05-06 um 13.35.47