Die Gedanken eines Tages

Früher schrieb ich, um den Weltschmerz zu ertragen, der mich umgab. Heute, einige Jahre, Haarschnitte und Liebesbeziehungen später, schreibe ich, um mir bewusst zu werden woher mein persönlicher Weltschmerz kommt. Und ob nicht auch etwas Gegenteiliges in mir wohnt. Denke ich lang genug darüber nach, so bemerke ich das Kitzeln der Freude im Bauch. Die Liebe in Brust und Herz und die Bewunderung für die kleinen Momente. Lebensfreude ist nicht selbstverständlich, doch verstehe ich sie gut. Liebe ist nicht selbstverständlich und doch versteckt diese sich in kleinen Zwischenräumen. Zwischen Daumen und Zeigefinger, zwischen dem Hier und dem Jetzt, zwischen der Nähe und der Distanz, zwischen der Freiheit und der Bindung. 

Es macht mir Angst mich von meiner Angst zu lösen. Etwas loszulassen ist wohl schmerzhaft, aber was ist, wenn es auch gut tut? Wo war ich, als ich um dich weinte? Wo war ich, als ich mich um dich sorgte? Wo war ich, als ich gegen die Traurigkeit kämpfte, die meinen ganzen Tag einnahm? Ich war im Zwischenraum. Der nun, gefüllt mit Liebe, wie eine neue Welt erscheint. Der Zwischenraum, der in dem neuen Licht, im neuen Kontext, in der neuen Welt das Gegenteil von dem bedeutet, was sich Verletzung nennt. 

Ich renne nicht mehr, um wegzulaufen. Ich renne, um den Wind zu spüren, um irgendwann das Meer zu sehen, um irgendwann mein Herz bis aufs letzte Gefäß zu verschenken und zwar an dich, an mich, an die Wolken über meinem Kopf. 

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