Toast mit Ketchup

 

Ich, ich, ich bin schon ganz schön verzweifelt.
Und das, das ist etwas was mit leicht fällt.
Aber für mehr, mehr habe ich dann doch einfach kein Geld.
Pleite bin ich, so pleite, dass es weh tut.
Ach Mut der tut nur gut, wenn Mut nicht vertut gefährlich zu sein.
Oh man ich bin so allein.
Weil alles andere als zweifeln also was kostet, und mein Selbstwertgefühl rostet und meine Freundin schreit : „she lost it“ und mir daraufhin ihren Slip auf den Küchentisch klatscht.
Erkläre ich mein Leben heute endgültig für Matsch und unterschreibe einen Vertrag mit dem Teufel, dass er meine Seele haben kann.
Damit ich mir von dem Erlös irgendwann,
mal diesen Mann,
mit meiner neu erworbenen Bratpfanne eins überbraten kann.
Dieser Mann, der bei meiner Mitbewohnerin im Bett liegt,
und ich weiß, dass bedeutet Krieg,
denn der Typ ist aus meiner Grundschulklasse, welchen ich zutiefst hasse, da er es witzig fand mir damals einen Lolli ins Haar zu spucken und ich danach gucken musste wie Strähne für Strähne zu Boden segelte.
Ich, ich bin ja nicht nachtragend oder so,
aber ich, ich bin schon ziemlich froh,
über meinen Racheplan, der mich der Sache dann mit der Genugtuung hoffentlich näher brang.
Wehe ihr singt, aber ich habe ganz geheim und ganz gemein Legosteine vor das Bett gelegt, damit er versteht, wer hier in der Wg regiert.
Es kann nur eine geben. Er fängt sich an zu regen und lache in mein nicht vorhanden Bart.
Aber eigentlich ist es wirklich hart, momentan in meiner Haut zu stecken.
Um nicht zu verrecken, Hau ich mir noch ne Kopfschmerz Tablette rein, denn ich kann ja nicht alleine sein und da ich es gestern war, ertrank ich meinen Kummer in Wein.
Ich schwöre mir das lass ich ab jetzt sein.
Aber wach sein ist ratsam, denn eine Nachricht heute morgen zu mir kam, die passte mir nicht richtig in den Kram:
Da meine Eltern sich zu Besuch ankündigen, sollte ich einen mündigen Freund,
mal fragen wo die Uni ist,
in der ich studiere, denn eigentlich flaniere ich nur stetig umher.
Bin planlos und weglos, bin gehaltlos und reglos was ist denn mit mir los?
Alles was ich liebe, verschwindet spurlos. Famos.
Darunter fällt vor allem meine Klugheit, Heiterkeit, Sinnhaftigkeit und mein Abendkleid schnurstracks zu Boden. Denn liebe und alles erwähnte sind Kontrahenten. Die verenden, wenn Sie kollidieren und alle die involviert sind verlieren, obendrein jeden mal ein kleines Stückchen Herz.
Ich, ich bin ganz schön verzweifelt.
Und du, du bist erleichtert, dass du neben den Pitch Perfect Instagram
Leben deiner Freunde es erreicht hast, jemanden zu finden, der genauso verzweifelt ist wie du.
Wenn du willst können würden wir uns im nu,
unter den Tisch trinken.
Das mache ich immer so auf ner Party aber ohne wirklich viel zu trinken, tauche ich winkend nach einem Vodkashot unter den Tisch ab, um zu versinken in den eigenen Gedanken, die wie Gerlanden  die Komplexität dieser Welt veranschaulichen.
Als ich nämlich in der fünften war, da sagte unsere Lehrerin sehr sonderbar, dass kann meine 13te immer noch nicht.
Und uns ein Lacher damals über die Lippen glitt. Sind die blöd.
Aber nun Sitze ich, den Bachelor abgeschlossen unter einem Tisch, während die anderen oben ganz vermischt sich über Small Talk Themen ergießen.
Es verließen auch einige den Raum, um
irgendwas zu bauen. So einen kleinen Menschen vielleicht mit Armen und Beinen, die niemals niemals niemals aufhört zu weinen.Aber zurück zum wesentlichen, mit der 13ten kann ich mich nicht mehr vergleichen. Habe ich doch gestellt die Weichen für eine glorreiche Zukunft. Eine Karriere vom Feinsten. Die Idee davon muss reichen, denn dabei fühlt sich mein Gehirn so leer und zudem reichlich dumm an, ich war nämlich noch nicht dran, mein Potential zu beweisen,
und am Esstisch reagiere ich auf die Frage von meinem Papa
„wann ich mal selber meine Miete zahlen könnte“, nur mit leisen
Worten.
Ich kann noch weniger als die, ich kapiere es wohl nie. Ahhh.
Mein Bad in Selbstmitleid wird unterbrochen.
Bei einem Mädchen, was schmatzend über einen Rochen
erzählt.
Sie isst dabei Mini Haribos daraufhin sagte Harry bloß, er kenne diese Sorte nur in groß, und ich dachte bloß, nennen befreundete Gummibärchen sich eigentlich Haribros?
Aber eigentlich ist es egal, denn ich esse sowieso nur Ketchup und Toast.
Ich, ich bin ganz schön verzweifelt.
Wo, wo ist denn die Zeit bloß hin, in der meine einzige Sorge war, nicht in den aus Fingern geformten Kreis meiner Mitschüler zu gucken, sonst gab es einen Box auf die Rücken. Yipiyay.
Ich sitze auf einer Party unter einem Tisch wie ein Fisch ohne Wasser.
Was er aber nicht schlimm findet.
Ein bisschen keine „Luft“ bekommen ist im Trend, schreit die Frau, die mit ihren High Heels über den Tisch rennt.
Ich sitze hier und sag es dir, mache mir komplexe Gedanken mit leerem Gehirn und versau es mir, das Gefühl der Freude.
Mein Bauch ist leer, daher fällt es mir schwer generell mich zu bewegen.
Ich werde mich mal kurz hier hin legen, nur nur eine Minute. Eine Minute lang liege ich nach einer Überdosis Leben, besoffen unter einem Tisch wie ein Fisch auf einer WG Party von Patti, den ich nicht kenne, verrenne mich in Gedanken, um mich zu bedanken bei meiner Verzweiflung und dem Rum, den mir Peter der angehende Anwalt soeben über den Handballen gießt.
Was sitze ich auch unter dem Tisch, denke ich und schließe meine Augen: nur nur nur eine Minute liege ich hier und glaube an das Gute.img_9375

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