Heute hat der Himmel gebrannt

Ohne die Worte der Zeit und die Stille der Genugtuung, setzt du einen Fuß vor den anderen. Der Körper ist schwer und doch glaubst du an die Illusion des Zieles. Müde siehst du deinen Vordermann an, bewunderst wie sich sein Körper rhythmisch bewegt. Auch er kämpft. Weil sie kämpft.

Die Schmerzen schlummern in deinem Herzen und doch bist du frei genug, um sie zu ignorieren. Der Triumph ist bald dein. Dein allein. Du weißt wie leicht die Welt sich dreht, aber dir fällt die Fortbewegung schwer. fullsizerender-7Du weißt wie schnell der Vogel fliegt. Doch deine Tränen verschmelzen zu einem ganzen Meer. Viele Kilometer lagen in der Ferne, aber jetzt, da sind sie nah. Dein Puls, dein Herz, dein unersättliche Verlangen nach mehr erfüllt die Luft, die dich umgibt. Höher, weiter, schneller – gemeinsam seid ihr stark. Aber irgendwann bist du alleine, doch der Triumph bleibt immer dein.

Denken und die Augen schließen

Weinst du vor Glück oder weinst du vor Freude? Deine Augen Schmerzen und deine Beine ebenfalls. Du hast getanzt ohne zu verharren. Du bist dem Gefühl hinterhergejagt, dass du so sehr brauchst. Doch keine Bewegung, auch wenn sie doch so perfekt war, fängt ein, was einst war. Keine Gebete und keine Gedichte bringen dich zurück.

Hier und da tauchst du in die Gedanken, die dich sauer oder so unendlich traurig machen. Du verweilst in ihnen und gibst ihnen Macht.

Herausforderungen warten hinter jeder Straßenecke. Schenke diesem Wort glauben. Sie machen Angst. So viel Angst, dass die Überlegungen ein Feuer in deiner Seele entfacht. Doch nehme sie an, wie ein Geschenk. Wie den Augenblick, der nie vorüber geht. Wie der blaue Himmel und das blaue Meer. shadowWie die weißen Wolken und die gelben Schleifen im Haar des Mädchens, das so unerschütterlich lächelt. Nehme sie an, als seien sie schon längst dein und halte sie fest. Jedes Gefühl, dem du hinterher jagst, entkommt dir schneller als der Augenkontakt einer fremden Person. Jedes Gefühl, dass du versuchst in dir einzusperren, bricht dich ein klein bisschen mehr. Atme den Schmerz ein und das Glück aus. Nur so wirst du die Wahrheit verstehen.

Verrückt.

Am Dienstag ist ein kleiner Vierbeiner bei uns eingezogen. Nora. 4 Monate alt. Mischling. Goldbraun. Knick – Ohr. Vier Pfoten. Mittelgroß. Ängstlich. Knopfaugen. Schnarcht. Stubenrein. Abenteuer. Herausforderung. Liebe.

Auch heute klopft mein Herz immer noch etwas hundschneller.
Sie hat Angst und ja, ich auch. Sie guckt uns an, als seien wir Aliens. Wer kann ihr das verübeln? Ich finde auch ein wenig, dass wir uns ziemlich seltsam benehmen.

Denn:

Wie seltsam ist doch ein Staubsauger, der unter ohrenbetäubendem Lärm Staubflocken auffrisst? Wie seltsam ist der Kühlschrank, der Kälte gefangen hält und in dem Lebensmittel verschwinden? Wie seltsam ist doch das Wesen, welches sehr lange und sehr oft auf einen leuchteten Bildschirm starrt und dessen Finger über Buchstaben rasen, was wiederum ein, doch ziemlich nerviges, Klickgeräusch hervorruft? Wie seltsam sind Mietshäuser, in denen diese komische Spezies übereinander und durch Wände getrennt ein abgegrenztes Miteinander erzwingt? Wie seltsam ist der Herd, der durch einen Druck mit dem Finger so heiß wird, dass stille Zucchinischeiben plötzlich anfangen brutzelnd zu tanzen? Wie seltsam ist die Leine, an der sich bewegt werden soll? Wie seltsam ist diese Maschine, in der aus klarem Wasser und dunklem Pulver, eine braune Flüssigkeit entsteht? Wie seltsam ist es, dass nach einem lauten Geräusch an der Tür, ein neuer Mensch auftaucht, kurz verweilt und dann wieder geht? Wie seltsam ist die Spezies, die doch was ganz anderes fühlt, als sie sagt? Wie seltsam ist es, dass sie sich auf der Straße so ignorieren, obwohl sie doch alle ähnlich sind? Und wieso zur Hölle sind Mülltonnen so verdammt gruselig? Sie haben komische Formen und komische Farben und mach ein ganz unschönes Geräusch, wenn sie über den Asphalt gezogen werden.

Willkommen Nora, in dieser absurden Welt.
Mit Liebe, wirst du sie sicher eines Tages verstehen.
Ich habe es auch geschafft.

Ich mag die Art wie verträumt du manchmal redest

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Deine Welt ist dir nicht genug. Darum hältst du es aus verträumt zu sein. Doch der Boden ist so oft zu nah. Das ist nicht so einfach für dich. Wusstest du, dass Jupiter 67 Monde hat? Die Erde hat nur einen. Gibt das dir zu denken?
Tun wir genug, um diese Welt zu ändern? Tun wir genug, um unserem Glück hinterher zu jagen? Oder bleiben wir heute noch ein wenig länger liegen?
Verschließen die Augen. Atmen ruhig. Ignorieren den Trubel. Die Pflichten. Die Wahrheit. Wir wären dann alleine. Doch zusammen sind wir stark.

Ich denke an dich. Heute. Morgen. Gestern. Übermorgen.

In deinen Augen bin ich zuhause. Ich würde mich gerne ändern. Wirklich. Aber kann das nicht bis morgen warten?

Seifenblasen.

Heute leuchte ich den ganzen Tag. Vielleicht werde ich auch noch das ganze Jahr leuchten. Vielleicht sogar mein ganzes Leben. Ich leuchte, weil die Welt so viel mehr ist, als ein leerer Platz, auf dem leere Menschen über leere Dinge reden. Mir ist schwindelig. So schwindelig. Gestern wurde ich bis zum Rand mit Liebe gefüllt. So voll, dass ich Mühe habe diese Liebe nicht, wie Glitzerstaub, über alles zu streuseln, was Liebe braucht.

Die Tränen waren echt. Sie waren vorgestern echt und heute sind sie es auch.

Wusstest du, dass manche Sterne am Himmel Planeten sind? Die, die am hellsten strahlen? Wusstest du, wie wertvoll Sterne sind?

Diese Welt hat euch nicht verdient. Ihr seid mein Halt, meine Brandung, meine Wellen, meine Luft, meine Gedanken.

Ronja sagt: „Man kann sich nicht viele Freunde leisten, die essen einem alles aus dem Kühlschrank weg.“ Ich könnte euch nicht mal mit Eiscreme bezahlen. Was für ein Wert habe ich eigentlich? Das Einzige was ich euch geben kann, ist mein gesamtes Wesen. Aber die Liebe, die behalte ich.

Ich werde euch in Zukunft ein paar Sekunden zu lange drücken. Nur ein wenig länger, als sonst.

Ich wünschte, Worte könnten mehr als nur starr stehen und Gefühle beschreiben. Ich brauche mehr Worte. Ich brauche andere Worte. Ich brauche mehr als Worte. Ich brauche etwas, was ich nicht in Worte fassen kann. Ich brauche irgendwas, um euch meine Welt zu Füßen zu legen.

Ja, welchen Wert habe ich?

Mein gesamter Körper schmerzt. Ich bin gefallen. Aber das aufstehen war so gar nicht schwer, denn ich hatte Geburtstag, das bedeutet, dass ich irgendwann mal auf die Welt gekommen bin. Da bin ich doch ganz froh drüber. Froh bin ich ab heute aber auch für diese Welt. Ich bin so reich. Reicher als ihr es euch vorstellen könnt. Ich habe kein Geld. Mein Kühlschrank ist leer. Und auch der Wein ist alle. Trotzdem reich.

Ich habe getanzt. Getanzt, bis mich meine Füße nicht mehr tragen konnten. Dann bin ich geschwebt. Bis die Welt mich daran erinnert hat, dass die Schwerkraft echt ist. Aber daran glaube ich schon lange nicht mehr. Ich lache. Ich atme ein. Aber nicht mehr aus. Ich halte euch fest. Ich bin Kind. Ich strahle. Ich bin Inken. Ich bin 24.

lachen

Ich habe zu viel Zeit, um mich damit zu beschäftigen!

Ehrlich!! Jetzt mal Hand auf Herz. Es gibt so einige Dinge für die wir einfach zu viel Zeit haben, um uns damit zu beschäftigen.

Weisheitszähne zum Beispiel. Denn oh Gott (die Gedanken über das Göttliche und ob/wie ich daran glaube, würde wahrscheinlich ein ganzes Buch füllen und an dieser Stelle zur kompletten Überforderung meinerseits führen –ich werde es trotzdem bestimmt irgendwann mal anbringen, aber jetzt geht es erst einmal darum diesen Ausdruck für einen catchy Satzanfang zu benutzen) ich bekomme mit meinen fast 24 Jahren (eine gute Stunde habe ich noch) einen neuen Zahn!

Einen dussligen Weisheitszahn! Und ja, ich kann jetzt endlich auch die unersättlichen „Baby- Schreihälse“ verstehen, die weinen und weinen, weil sie Zähne bekommen. An alle Zähne bekommenden Kinder dieser Welt: Ich nehme jeden genervten Blick zurück, den ich euch jemals in Bus, Bahn oder Restaurant zugeworfen habe! Am liebsten würde ich auch weinen und weinen und nervige Blicke kassieren. Ich hätte es verdient. Denn diese blöde „Zahn-quetscht-sich-aus-Zahnfleisch-Aktion“ tut echt weh. So weh!

website1Eigentlich ist es eher so ein nerviger Schmerz. So als würde jemand morgens um 6 Uhr neben deinem Bett ein Loch hämmern, weil er der Meinung ist einen Schatz unter deinem Zimmer geortet zu haben. Ja unrealistisch, aber oben drein eben ziemlich nervig!

Eine weitere Sache für die ich einfach zu viel Zeit habe, um mich damit zu beschäftigen ist: Gehen, wenn es am schönsten ist. Ich meine die große Frage ist (und eigentlich auch die gravierendste), woher soll ich bitteschön wissen, wann es am schönsten ist? Ich kann in einem Moment denken: Ja, das ist er. Dabei liegt der schönste Moment hinter drei weiteren alkoholischen Getränken und dem tiefgründigen Gespräch über die Ohrenentzündung des geliebten Haustieres. Und wenn das tatsächlich vorkommt, dass ich den schönsten Moment verpasst habe und es dann irgendwie komische wird. Na, dann habe ich ja immerhin den schönsten Moment bis zur letzten Sekunde ausgelebt und bin nicht aus Versehen zwei Sekunden vor dem Ende gegangen. Schöne Momente sollten gewürdigt, ausgekostet und aktzeptiert werden, so wie sie eben kommen.Punkt.

Da jetzt gleich mein Geburtstag ist, schließe ich mit einem Statement, dass ich gerade von einer Freundin per „Whatsapp- Sprachnachricht“ bekommen habe: „Ich habe dich so so so so so so lieb und gleich bist du alt.“ #hurra

Du entgleist und ich weiche nicht einen Schritt von deiner Seite

Du hältst mich fest und ich fühle mich frei.

website01Letzte Nacht habe ich mich so lange im Kreis gedreht. Solange bis sich der Raum
von ganz alleine drehte. Mein Kopf schmerzt. Das hab ich jetzt davon.

Es ist gar nicht so einfach mit der neuen Freizeit umzugehen. Drehen wird aber definitiv von der Liste gestrichen.

Ich weiß, dass heute Morgen die Welt noch ok war. Da bin ich mir wirklich ganz sicher. Menschen liefen in ihren Bahnen. Was sollten sie auch anderes tun? Nach rechts und links wird doch schon lange nicht mehr geschaut. Ich glaube das ist uncool.

Aber jetzt sitze ich mit meiner pinken Jogginghose und dem grünen Mr. Burns T-Shirt (mir sollte diese Farbenkombination echt jemand verbieten) auf der Couch und, obwohl ich mich schon lange nicht mehr
physikalisch drehe, drehen sich meine Gedanken weiter.
Denn die Welt ist nicht mehr in Ordnung. Jetzt nicht mehr. Vielleicht war sie es nie. Vielleicht wird sie es nie wieder sein. Denn du bist entgleist. Ich habe versucht dich festzuhalten.

Du lässt mich los und ich habe mich noch nie so gefangen gefühlt.

Freust du dich auf die Zukunft?

Mein Handydisplay leuchtet auf. Meine Augen sind müde. Der tanzreiche Abend steckt mir noch tief in den Knochen. Sehr tief. Und das letzte Bier war schlecht. Ganz sicher.

Müde drehe ich mich auf die Seite und schiele durch einen winzig kleinen Schlitz, den meine Augenlider für eine Sekunde freigeben. Die Whatsapp- Pop- Up Nachricht ist von einem guten Freund: „Freust du dich auf die Zukunft?“

Oh nein, ich merke schon wie sich meine Synapsen anspannen (bildlich gesprochen). Ich drehe mich wider zurück. Weiterschlafen Inken. Weiterschlafen. Ein Schaf, zwei Schafe, drei Schafe, wie sehen Schafe in der Zukunft aus? Was bedeutet eigentlich Zukunft? Oh nein.

Ich entscheide mich dazu, mich nicht länger gegen meine Gedanken zu wehren. Manchmal sind diese, wie ein kleines Kind, das zu viel Mittagsschlaf gemacht hat und daher um 5:00 Uhr auf der Bedecke auftaucht und meinen Bauch als Trampolin benutzt. Und wer so was kennt, weiß genau, dieses Kind wird man nicht so schnell wider los. Uhrg.

Also lasse ich meinen Gedanken freien Lauf:

Ich denke, dass die Zukunft ein Begriff ist, den wir nicht richtig fassen können. Es gibt die menschliche Zukunft, also das was wir Menschen denken, was passieren wird. Mit uns. Unseren Nachbarn. Der CDU. Dem Vogue Magazins. Der Gesellschaft. Der Liebe. Eben mit der Welt. Aber im Endeffekt gibt es nicht nur die menschliche Zukunft- es wird darüber hinausgehen. Weit darüber hinaus. Und darauf freue ich mich. Nun ja, theoretisch könnte man jetzt sagen, dass ich mich nicht auf was freuen kann, was ich nie erleben werde, geschweige denn definieren könnte. Aber dem habe ich entgegen zusetzten, dass ich mich über die Schwangerschaft meiner besten Freundin in Amerika auch freuen kann. Ohne es eventuell zu erleben und das Gefühl nicht definieren zu können. Ich freue mich einfach auf das was kommt, dann wenn die Menschheit sich schon längst aufgehört hat wichtig zu nehmen. Ich freue mich darauf, was nach der verrückten, ironischen, komplexen aber doch so unwichtigen Zeit unsere Spezies kommt.

Ich freue mich auf die Dinge, die ich nie nie niemals erfahren werde.

Das ist auch der Grund, warum ich keine Angst mehr vor Atombomben haben. Eine Atombombe zerstört unsere Lebensbedingungen (wir können ja nicht bei 782922 Grad überleben und würden, so schade es auch ist, verbrennen). Aber nur weil die Menschen nicht mehr leben, heißt es nicht, dass die Atombombe die Zukunft zerstören kann. Um es genauer zu sagen, kann eigentlich nichts die Zukunft zerstören.

Und da wäre ja dann auch noch meine Zukunft (deren Ende hoffentlich noch etwas weiter in der Zukunft liegt #zukunftzukunft).

Ja, ich freue mich auf meine Zukunft um zu erfahren, wie es ist alt zu sein. Ich freue mich darauf die nächsten Generationen zu beobachten und zu überlegen was sie unter „leben“ versteht. Ich frage mich, ob wir es jemals schaffen uns nicht mehr zu bekriegen? Ob wir es jemals schaffen, die Personen zu sein, die wir gerne sein wollen? Aber all das ist ungewiss.

Ein guter Freund hat zu mir mal gesagt: In der Zukunft sehe ich eine neue Chance. Und weil ich das auch so sehe, definiere ich die Zukunft als ungewisse Chance und gehe schlafen.